Einer muss den Hut aufhaben

Als Bandleader ist Dir das bestimmt nicht fremd. Du hast einen Haufen Musiker, mit all ihren persönlichen Geschichten, Eigenheiten, Ansichten, Vorlieben und Talenten. Manchmal ist das ganz schön anstrengend. Denn jedem gerecht zu werden ist schlicht und ergreifend nicht möglich. Es ist wie überall: Man kanns nie jedem recht machen. Doch wie kriegst Du Ruhe in Deine Band? Wie schaffst Du es, dass alle motiviert sind und miteinander in die gleiche Richtung gehen?

  1. Jedem Musiker muss klar sein was Sache ist.
    Es ist wichtig, dass jeder Musiker weiß um was es geht. Du musst klar kommunizieren was Du erwartest, was die Band erreichen will, was die Markenzeichen sind und wie sich jeder einzelne da einbringen kann. Das ist Deine Aufgabe als Bandleader. Meist fängt das schon bei der Auswahl der richtigen Musiker an. Du suchst Gitarristen, Keyboarder, Sänger/innen,… Kommuniziere von Anfang an klar was Du brauchst und was Du erwartest. Gehe wenn möglich keine Kompromisse ein. Suche Musiker die vom Typ her passen. Die sich ergänzen und die eine der „Sache“ dienliche Einstellung haben. Jeder Musiker muss die Vision kennen die Du für die Band hast. Jedem muss klar sein was die Band ausmacht, für was sie steht, wo sie hin will und wie der Weg da hin aussieht.
  2. Sei immer offen und ehrlich.
    Sage immer wenn Dir etwas nicht gefällt. Es muss über alles gesprochen werden. Alles was nicht ausgesprochen wird brodelt im Untergrund. Es ist immer da und Du wirst immer ein schlechtes Gefühl damit haben. Auch unangenehme Dinge müssen ausgesprochen werden. Es ist tatsächlich so, dass man über alles reden kann. Und auch muss! Denn nur so können Konflikte frühzeitig aus dem Weg geräumt werden und Du verstehst vielleicht auch, warum der Musiker so handelt wie er handelt. Denn oft kennst Du seine Beweggründe gar nicht und kannst ihn somit auch nicht verstehen.
  3. Kommunikation ist alles.
    Wie in Punkt 2 bereits erwähnt ist es wichtig alles auszusprechen. Und natürlich wichtige Informationen allen zugänglich zu machen. Du solltest darauf achten, dass jeder immer informiert ist. Halte steten Kontakt, auch in Zeiten in denen ihr vielleicht nicht so viele Gigs habt. Halte alle auf dem gleichen Wissensstand. So ist jeder immer auf dem Laufenden. Informiere über anstehende Programmänderungen, Songideen, Gig-Details, usw. Gerade bei außergewöhnlichen Vereinbarungen bei Gigs, z. B. eine enorm lange Spielzeit, oder besondere Voraussetzungen, solltest Du Deine Musiker unbedingt informieren. Lasse sie teilhaben an Deinem Projekt. Nichts motiviert mehr als das Gefühl, teilzuhaben und mitzuwirken.
  4. Binde die Persönlichkeiten der Musiker ein.
    Jeder Musiker hat eine eigene Persönlichkeit, besondere Talente oder Eigenschaften. Lass ihn diese in die Band einbringen! Rede mit jedem, finde heraus wo seine Stärken und seine Leidenschaft liegt. Und lass ihn diese ausleben. Das macht nicht nur dem Musiker Spaß, sondern auch dem Publikum, den Veranstaltern, und Dir auch. Es gibt nichts schöneres als einem Musiker zuzusehen und zuzuhören der das was er tut, mit Leidenschaft macht.

Zusammenfassend kann man sagen dass Deine Aufgabe als Bandleader nicht nur das Booking ist, sondern auch das finden einer Band die zusammenpasst.

Bei Dir laufen alle Fäden zusammen. Du entscheidest, denn Du trägst das finanzielle Risiko, bürgst für Deine Band.

Deswegen hast Du den Hut auf. Du allein.

Es spricht nichts gegen ein Mitspracherecht oder gegen das Einbringen der einzelnen Musiker, ich empfinde das als eine Bereicherung für das ganze Projekt. Am Ende ist es aber allein Deine Entscheidung was Du draus machst.

Bereitest Du alles gut vor, hast einen Plan für Deine Band und kommunizierst diesen auch richtig, dann steht einem erfolgreichen zusammenarbeiten innerhalb Deiner Band nichts mehr im Wege.

Alles Liebe

Deine Claudia

Ein Kommentar

  1. Tja, und dann hatte nur einer „den Hut auf“ und die Band geht kaputt, weil er keinen Plan hat, aber denkt alles entscheiden zu können.
    So wars bei der letzten Band, bei der ich dabei war. In allen anderen Bands in 35 Jahren hatte keiner den Hut auf und es hat hervorragend geklappt. Man hat diskutiert und hat immer einen Konsenz gefunden. Und da war alle mögliche Bandbreite dabei, Rockbands, Folkbands, Punkbands. Hat immer ohne 2Bandleader“ geklappt. Und zwar hervorragend. Wenn man das Ego eines einzelnen bedienen muss, gehts meistens in die Hose.

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